Monographie über die 600-mm-Bahn in Selia während des Ersten Weltkriegs in Vorbereitung

Während des Ersten Weltkriegs wurde die 600-mm-Bahn in Selija von der deutschen Armee als militärische Infrastruktur für die Versorgung der Front, für den Transport von Holz und anderen Wirtschaftsgütern aus den besetzten Gebieten angelegt, in späteren Jahren wurde sie von verschiedenen politischen Regimen als wirtschaftliche Infrastruktur genutzt, sie liegt in dem Gebiet, dessen Grenzen zum ersten Mal durch das 2021 verabschiedete Gesetz über historische Gebiete Lettlands festgelegt wurden, und sie fügt sich gleichermaßen in das militärische und industrielle Erbe als Ganzes ein.

Obwohl die Schmalspurbahnen in der lettischen Eisenbahngeschichte ausgiebig erforscht wurden, befassen sich die Arbeiten zu diesem Thema eher allgemein mit den ländlichen Eisenbahnen, wobei der Schwerpunkt eher auf der Anfangsphase ihres Baus und Betriebs während und unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg liegt und nicht ausreichend berücksichtigt wird, wie diese Bahnen im allgemeinen Personen- und Güterverkehr genutzt wurden, insbesondere in der Zeit nach 1945. Die 600-mm-Bahn in Selija wurde bisher eher in kleineren Arbeiten behandelt, die oft mit der lokalen Geschichte zusammenhängen oder sich in den Erinnerungen von Zeitgenossen widerspiegeln. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit und des Mangels an Quellen blieb sie auch außerhalb des Interesses der westeuropäischen Eisenbahnhistoriker.

Das Ziel des Forschungsteams bestand daher nicht nur darin, den Bauprozess, die Betriebsziele und die Auswirkungen der Selian 600 mm-Bahn auf die Entwicklung der Region zu untersuchen, und zwar so umfassend wie möglich, sowohl thematisch als auch chronologisch und stellenweise innerhalb eines territorialen Bereichs, der durch den Charakter der Bahn als Teil der militärischen Infrastruktur des Ersten Weltkriegs definiert ist, sondern auch möglichst genaue Informationen über den natürlichen Verlauf der Bahnlinien mit Hilfe des Light Detection and Ranging (LiDAR)-Datensatzes des Bodenluftbildes zu erhalten.

Das Projekt fördert die Erhaltung der größeren, in der Natur vorgefundenen 600-mm-Eisenbahninfrastrukturen, macht sie der Öffentlichkeit bekannt und ermöglicht es den lokalen Gemeinden, sie als touristische Attraktion zu präsentieren. Die durchgeführten Arbeiten können die Grundlage dafür bilden, dass bestimmte Elemente des einst ausgedehnten Eisenbahnnetzes als nationale oder lokale Denkmäler unter Schutz gestellt und somit vor der Zerstörung geschützt oder zumindest öffentlich ausgeschildert werden.

Das Projekt wurde im Rahmen des Projektwettbewerbs des Kulturprogramms Zemgale 2020 finanziert, und die fehlenden Mittel für die erste Phase des Projekts wurden von der Gemeinde Viesīte bereitgestellt. 2021 war das Verteidigungsministerium der Republik Litauen von der Relevanz der Veröffentlichung der Monografie überzeugt und stellte Mittel für die Erstellung der Monografie bereit.

So arbeiteten in den Jahren 2020 und 2021 im Rahmen der Covid-19-Pandemie die Forscher Toms Altbergs (Mg. Eng., Experte für industrielles Erbe bei VAS "Latvijas dzelzceļš"), Kārlis Dambītis (Dr. hist., Historiker am Lettischen Besatzungsmuseum), Aivars Markots (Dr. geol., Assistenzprofessor an der Universität von Lettland) und Ilze Freiberga (Mg. hist, Jelgava, Kuratorin für Ausstellungen am Lettischen Museum für Eisenbahngeschichte) führten alle möglichen Forschungen über die während des Ersten Weltkriegs gebaute Schmalspurbahn durch (Bau der Strecken, Reihenfolge, Lage in der Natur und auf Karten, strategische Ziele der deutschen Armee im untersuchten Gebiet, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Auswirkungen der Schmalspurbahn in den späteren Betriebsjahren usw.). Der Selian Little Bane wurde im Kontext der Kartographie, des Eisenbahnbaus, der Militär- und der Sozialgeschichte untersucht. Zur Identifizierung der Netze wurden LiDAR-Daten verwendet. Für die kartografische Identifizierung der Eisenbahn in der Natur wurde eine GPS-Datenbank erstellt. Für die Monografie wurden Fotografien aus dem Ersten Weltkrieg in den Sammlungen von Museen, Bibliotheken, Archiven und privaten Sammlern gesucht, gefunden und erworben, und es wurde eine fotografische Erfassung der Eisenbahninfrastrukturfragmente in den Jahren 2020 und 2021 erstellt.

Wir sind stolz auf das Erreichte und bemühen uns weiterhin um die Beschaffung von Mitteln für die Veröffentlichung der Monografie.

Herausgeber: Verein "Selija kultūras projekti".

Zusammenstellung. A. Neija

Zin. Ed. Dr.hist. Ēriks Jēkabsons

Ed. Austra Celmiņa-Ķeirāne

Transl. Māra Kokina

Grafische Gestaltung von Kirils Kirasirovs

Informationen erstellt von Projektleiterin Agnese Neija