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Papierfabrik von Räpina
Papierfabrik von Räpina
Papierfabrik von Räpina
Papierfabrik von Räpina

Papierfabrik von Räpina

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In Südestland, am Ufer des Stausees von Räpina liegt Estlands älteste und bis heute noch betriebene Papierfabrik, deren Gebäude zu den einzigartigsten Beispielen der Industriearchitektur in Europa gehört.

Unter Begleitung eines Fremdenführers kann man die Geschichte der Fabrik und den Vorgang des Papierherstellens früher und heute, sowie die dazu verwendete Technologie und Gerätschaften kennen lernen. An ein und demselben Ort sind hier sowohl
der alte als auch der neue Maschinenpark im Einsatz. Die ältesten Teile von der mit Dampfzylindern ausgestatteten Maschine, die in der Fabrik Sigel produziert wurde und liebevoll als „Väterchen“ bezeichnet wird, wurden in den 1860er Jahren hergestellt.

Die Tour führt über die riesigen Becken mit Papierstoff zum Sieb und dabei sieht man, wie Wasser aus dem Papierstoff ausgepresst wird. Unter anderem fertigt man hier auch Produkte aus alten recycelten Geldscheinen. Genutzt dazu wurden sowohl die Estnische Krone als auch die Finnische Mark, die beide früher im Umlauf waren.

Die Geschichte der Papierfabrik reicht bis ins Jahr 1728 zurück, als ein Höfling von Peter I, Karl Gustav von Löwenwolde, beschloss, den wasserreichen Fluss Võhandu für industrielle Zwecke zu gebrauchen. Aus Ziegeln, die vor Ort hergestellt wurden, wurde ein Sägewerk, eine Getreidemühle und eine Papiermühle gebaut.

Die Papiermühle wurde 1734 in Betrieb genommen, und für die Produktion aus recycelten Rohstoffen wurden Leinenlumpen verwendet.

Im Jahr 1865 wurde aus der Papiermühle eine Papierfabrik. Dazu wurde aus Deutschland die erste Papiermaschine geliefert und nach kurzer Zeit kamen noch drei weitere hinzu. Die Fabrik begann, feinere Papierarten, wie z. B. Filterpapier für Apotheken, Löschpapier sowie Zigaretten- und Seidenpapier, herzustellen.
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